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ANGEBOT
LOKAL
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OFFENE STELLEN
HOME JAPANISCHES RESTAURANT
IM KAISERHAUS
MARKTGASSE 37
3011 BERN
TEL 031 302 01 00
FAX 031 311 11 27
YOKOSO@JAPIGO.CH

 

 

Aufgetischt: Harmonie aus Miso und Maguro

Von Martin Zimmermann.

Als das Restaurant Japigo in der Marktgasse vor fünf Jahren seine Pforten öffnete, konnte man japanische Restaurants in Bern noch an einer Hand abzählen.

Mittlerweile ist die japanische Küche – insbesondere ihr Aushängeschild Sushi – hierzulande in weiten Bevölkerungskreisen salonfähig geworden. Entsprechend hat die Sushi-Beizen-Dichte auch in der Bundesstadt inflationär zugenommen. Für viele Sushi-Liebhaber gilt aber anscheinend das «Japigo» immer noch als erste Anlaufstelle: Das in einer Seitengasse versteckte Restaurant ist an diesem Mittag jedenfalls bestens besetzt.

Schon beim Eintreten fällt positiv auf, dass die Anrichte für den Gast jederzeit einsehbar ist. Wer möchte, kann also dem japanischen Chef Daigo Hatakeyama bei der kunstvollen Zubereitung seiner Speisen zusehen. Diese Transparenz hat einen ganz pragmatischen Hintergrund: So beweist der im Land der aufgehenden Sonne ausgebildete Koch, dass er nur frische Zutaten und keine Tiefkühlkost verwendet. Dies ist von eminenter Wichtigkeit, wird in der japanischen Küche doch häufig mit rohem Fisch hantiert.

An dieser Stelle muss übrigens mit einem weit verbreiteten Irrtum aufgeräumt werden: Sushi ist nicht per se roher Fisch (auf Japanisch: Sashimi). Vielmehr bezeichnet der Begriff belegte, mit Essig gesäuerte Reis-Häppchen. Der Belag kann auch aus geräuchertem Fisch, aus Garnelen (Ebi), Tintenfisch (Ika), verschiedenen Gemüsen oder Omelettes (Tamago) bestehen. Die im Westen wohl bekannteste Sushi-Variante ist das Maki-Sushi. Hierbei wird die Füllung samt Reis in ein Blatt aus getrocknetem Seetang (Nori) eingerollt. Bei der Variante Nigiri wird der Belag hingegen auf einen Reisballen gelegt. Von beidem bietet die Speisekarte des Japigo eine beachtliche Vielfalt an. Sushi-Anfängern sei indes das Sushi-Menü für 21 Franken empfohlen: Dieses besteht aus einer Schale mit sechs Maki aus rohem und geräuchertem Thunfisch (Maguro) sowie aus drei Nigiri, belegt mit Lachs (Sake) und Thunfisch.

Im Preis inbegriffen sind ein knackiger grüner Salat an einem rassigen Sesamöl-Dressing (einzeln: Fr. 7) sowie eine Schale Misosuppe (Fr. 6). Dieses japanische Nationalgericht setzt sich hauptsächlich aus Fisch-Sud, Sojabohnenpaste, weissen Tofuwürfeln und Seetang zusammen. Die eben beschriebenen Ingredienzen mögen für Fleisch und Teigwaren gewohnte Schweizer Geschmäcker wenig verlockend klingen. Skeptikern sei aber versichert, dass die Suppe angenehm dezent daherkommt. Sie bildet geradezu das geschmackliche Pendant zum gedämpften, spartanischen Intérieur des «Japigo».

Schrille Geschmacksexplosionen sind sowieso nicht Sache der japanischen Küche; zumindest nicht, wenn es um Sushi geht. Im Zentrum des kulinarischen Vergnügens steht vielmehr eine möglichst harmonische Geschmackskombination – wie das exquisite Nigiri im «Japigo» verdeutlicht: Vor allem das Zusammenspiel des butterzarten Lachses mit dem leicht säuerlichen Reis muss man mit dem eigenen Gaumen erlebt haben. Zwischen den Happen bietet sich der Verzehr des eingelegten Ingwers (Gari) an, der zum Menü serviert wird. Er neutralisiert den Geschmack des vorangehenden Bissens.

Und jetzt wird es leicht masochistisch: Vor dem Verzehr wird das Sushi mit Wasabi bestrichen. Möglich ist auch, die Rettichpaste in einem Schälchen Sojasauce aufzulösen. Da hinein wird das Sushi getunkt. Schon kleine Mengen genügen, und in der Nase stellt sich ein wohliges Brennen ein. Übrigens: Sushi wird stets in einem Stück verspeist, wie gross es auch sein mag. Traditionell isst man die Speise mit den Fingern. Mittlerweile hat sich aber der Einsatz von Essstäbchen durchgesetzt. Hier gilt es zu beachten, dass man die Stäbchen immer neben, jedoch nie in die Schale legen sollte: Letzteres wird in Japan nur bei Beerdigungen gemacht.

 

Die Rechnung, bitte

Karte: Sushi in allen Formen und Farben; daneben auch koreanische Wok-Gerichte.

Preise: Für Sushi moderat: Sets ab Fr. 17.— Vorspeisen und Suppen ab Fr. 6.—

Kundschaft: Jüngere urbane Liebhaber japanischer Küche; vereinzelt auch Japaner.

(Der Bund, 14. Dezember 2009)

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Gegessen im... «Japigo», BE

Im angenehm ruhigen «Japigo» serviert man neben japanischen Klassikern wie Sushi, Tempura, Soba-Nudeln auch koreanische Wok-Gerichte. Tagesmenü für Fr. 21.--.

TYP: elegantes Stadtrestaurant
ESSEN: ÖÖÖ
AMBIENTE:ÖÖÖ
PREISKLASSE: mittel

(Ögut ÖÖsehr gut ÖÖÖhervorragend)

(saisonküche, Juni 2008)

(Anmerkung: im JAPIGO werden nicht Soba-, sondern Udon-Nudeln serviert.)

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Sushi vom Meister
JAPIGO ・ der «andere Japaner» ist Berns erste Adresse für Sushi, Sashimi, Tempura und andere fernöstliche Köstlichkeiten.

Hans Merki und René Huber nannten ihr Lokal den «anderen Japaner», da es sich beim Japigo schon um das dritte japanische Lokal in Bern handelt. Doch da «der andere Japaner» einfach anders ist, fühlen sich Merki und Huber den anderen zwei Japanern gegenüber nicht als Rivalen. Drei Jahre nach der Eröffnung gilt das Japigo unter vielen Berner Sushi-Liebhabern als erste Adresse. Mittags und abends kommen hier Sushi (z.B. mit rohem Lachs, 2 Stück 8.50 Fr.) und Sashimi (roher Fisch ohne Beilage, kleine Portion 26 Fr.) aus täglich frisch angeliefertem Fisch auf den Teller. Daigo Hatakeyama, der gelernte Sushi-Meister aus Japan, fertigt nichts auf Vorrat an und zerlegt den Thunfisch in der offenen Küche. Um die Wartefrist in erträglichem Rahmen zu halten, hat sich der Meister nun einen zweiten Koch als Verstärkung geholt. Für alle, die sich auf Begriffe wie Futomaki und Tempura keinen Reim machen können, veranschaulichen Fotos in der Menükarte das Angebot. Neun warme koreanische Gerichte aus dem Wok ergänzen Japans eiweissreiche, kalorienarme und deshalb sehr gesunde Küche. Die gebratenen Nudeln mit Gemüse (14.50 Fr.) schmecken leicht und doch fantasievoll-würzig. Damit das hervorragende Lifestyle-Essen nicht durch Zigarettenqualm verdorben wird, herrscht in den hohen Räumen Rauchverbot. Wer es dennoch nicht lassen kann, verzieht sich auf einen der 20 Sitzplätze draussen, wo die Gäste dank Wärmelampen auch bei kühleren Temperaturen nicht frieren. Beim Einnachten geniessen sie in der Galerie ein Glas Pinot Noir, der überraschend gut zu den japanischen Leckerbissen passt und so - wie das Lokal selbst - eine Brücke zwischen europäischer und fernöstlicher Kultur bildet.

(heute, 25. Mai 2007)

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Kalte und leichte Gerichte aus Japan sind im «Japigo» angesagt
Kalorienarme Kost, ein kurzer Mittag - und ein paar gestresste Gäste: Eindrücke aus einem trendigen Japan-Restaurant
von Urs Wüthrich

«Ein Frosch springt hinein - das Geräusch des Wassers». Das hat der japanische Haikudichter im 17. Jahrhundert geschrieben. «Haiku» bedeutet so viel wie «Kurzgedicht», es ist die kürzeste Literaturform der Welt, die Wurzeln reichen 400 Jahre zurück. Das Haiku über den Frosch steht auf der Speisekarte des japanischen Retaurants Japigo in der Berner Innenstadt. Mit «Japigo» wird die milde Meresbrise bezeichnet, die über das apenninische Vorgebirge landeinwärts streicht.
Diese milde Brise ist der Brückenschlag zur Leichtigkeit der japanischen Küche. Und aus dem Meer kommt auch, was im «Japigo» serviert wird: Sushi (Kombination aus Reis und filetiertem rohem Fisch) und Sashimi (in Scheiben geschnittene rohe Fische). Die kalten, kalorienarmen Gerichte sind für die Japaner nichts Neues, aber viele Europäer haben die leichte und fettarme Küche erst in den letzten Jahren entdeckt.
Leicht präsentiert sich auch die nach den Regeln des Feng-Shui ausgerichtete Architektur, die dem Menschen angenehm ist und dadurch den Kreislauf des Qi, die Energie im Körper, günstig beeinflusst. Wer das «Japigo» betritt, taucht in einen lichtdurchfluteten Raum ein - und kann den beiden Sushimeistern Daigo Hatakeyama und Shinya Sato in der halb offenen Küche zuschauen, wie gekonnt und ohne Aufhebens sie Fische filettieren und Gerichte kunstvoll anrichten.
Der rote Boden glänzt, die schneeweissen Wände sind nackt, nur da und dort ist ein dezenter Wandschmuck angebracht. Kontrastreich die schwarzen Bauträger des zweistöckigen, rauchfreihen Lokals. Filigrane Tische, leichte Stühle. Alles ist ruhig, klinisch steril. Hier riecht es nach nichts.
Dann ist der Teufel los, wenn am Mittag Dutzende von Gästen fast gleichzeitig das trendige Lokal stürmen. Der leise Raum wird zur lauten Plattform, ein paar Gestresste schauen auf die Uhr. «Um halb zwei habe ich bereits wieder ein Date mit meinem Autohändler», meint einer, ein Audi-Fan. Es geht um «läppische 60 000 Franken». Ein anderer hat eine günstige Wohnung in Aussicht, vier Zimmer für 2800 Franken. «Hoffentlich schnappt sie mir keiner weg», sagt er, und schiebt mit Stäbchen Reis in den Mund. Und wie sie alle gekommen sind, wollen (fast) alle gleichzeitig bezahlen. Ein kurzer Mittag mit einer leichten Mahlzeit, das wars. Wie lautet doch eine japanische Weisheit: «Wenn du es eilig hast, mach einen Umweg.»

(Zeitung im Espace Mittelland, 10. Juli 2006)

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Eingekehrt: «Japigo» in Bern

von Elsbeth Hobmeier

Daigo Hatakeyama ist ein Meister seines Fachs, ein gelernter Sushi-Meister aus Japan. Einzig frische Fische kommen ihm unters Messer, da kennt er gar nichts. Auch wenn er einen 70-Kilöner von Thunfisch auseinander nehmen muss.

Der 32-jährige Hatakeyama ist der «Wizard» des Restaurants Japigo – Der andere Japaner im Kaiserhaus an der Marktgasse. Die Bezeichnung «der andere» bezieht sich auf die Lokale von Shinj Tanaka (Markthalle und Kramgasse), welcher als erster in Bern Sushi anbot. Seither boomt das Sushi-Geschäft, so dass es gut und gerne weitere Lokale verträgt.

Mittags und abends bereitet der Meister frische Sushi (roher Fisch auf Reis) und Sashimi (roher Fisch pur) zu. Alles à la minute, Daigo weigert sich standhaft und bei seiner Ehre, irgendwas auf Vorrat anzufertigen. Um die Wartefrist in erträglichem Rahmen zu halten, wirkt seit kurzem ein zweiter Koch aus Japan mit. Mittags wird ein Tagesmenü mit Salat, Misosuppe und Sushi oder einem warmen Wok-Gericht für 21 Franken serviert. Es gibt auch einen Businesslunch. Die in stilvollem Schwarz gehaltene Karte zeigt das ganze Angebot im Bild. Etwa Lachssalat zur Vorspeise (Fr. 13.–), Sushi-Kombinationen von 17.– bis 55.–, eine aussergewöhnlich zarte Tem-pura und einige Wok-Gerichte. Zur Teatime gibts Kuchen von Confiseur Eichenberger, sitzen kann man auch «draussen» in der Galerie. Neu ist die Heure bleue mit Apéro-Sushi zum halben Preis. Unbedingt zu beachten: Die kleine, aber feine Weinkarte mit rotem Bordeaux, der überraschend gut zu Sushi passt. Und die Schokoglace mit scharfem Chili.

Japigo – Der andere Japaner, Marktgasse 37, 3011 Bern, Tel. 031 302 01 00, www.japigo.ch. So und Mo Ruhetag. 17 bis 18 Uhr Heure bleue mit Apéro-Sushi. Take home Service bis ca. 22 Uhr.


(Berner Zeitung, 19. November 2004)

(Anm.: Die Heure Bleue wird nicht mehr weitergeführt.)

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Der Arzt, das Meer und der Fisch

Gut, dass der Berner Arzt und Gastroenterologe Hans Merki so schrecklich ungeduldig ist. Weil «seine» Markthalle ohne Fischstand ist, er aber so gern frischen Fisch isst und das Meer liebt, gründete er das «Japigo».

von Elsbeth Hobmeier

Er sei, so gesteht Hans Merki und lächelt etwas verlegen, halt ein typischer Widder. Ein schrecklich ungeduldiger Mensch, voller Ideen, die er möglichst jetzt und sofort verwirklichen wolle. Seine Frau sage jeweils, sie wünsche ihm nicht zuviel freie Zeit, sonst fange er noch mehr Neues an.

Für Bern ist die Ungeduld des Hans Merki ein Glücksfall. Ohne ihn hätte die Stadt keine Markthalle. Und kein «Japigo – der andere Japaner». Und keine Bioglace Giolito. Er war bei allen drei Projekten die treibende Kraft. Er ist ein Visionär. Ihm schwebte sofort eine Markthalle italienischer Art voller Gemüse und Bergen von Fischen vor, als er das leerstehende Areal der Leinenweberei am Bubenbergplatz sah. Er holte für den Umbau mit Pia Schmid die renommierteste Architektin der Schweiz, steckte selber, neben seinem Beruf als Arzt – Merki ist ein bekannter Spezialist für Gastroenterologie, also Magen-Darm-Medizin – einen immensen persönlichen Einsatz und viel Geld in den Bau, der 1998 eröffnet wurde.

Kraft zum Dranbleiben

«Mit einer gewissen Naivität», gesteht der 52-Jährige heute ein, habe er die südliche Marktstimmung nach Bern bringen wollen. Doch die Leute suchten hier keine Gemüsestände, die hatten sie schon auf dem Berner Märit, und auch keinen Händler mit frischem Fisch. Sie wollten Beizen und Bars – die haben sie heute, der Multikulti-Mix der Markthalle stimmt inzwischen und ist, nach schwierigem Start, erfolgreich. «Der Anfang war ein Taucher», kann Hans Merki heute zugeben.

Doch die Markthalle und ihr angepasstes Konzept stimme jetzt für ihn. Persönlich habe er viel gelernt dabei: «Ich bin ruhiger geworden und denke heute in anderen Zeithorizonten.» Man müsse, so meint Merki, genügend Kräfte haben, um an einer Sache dran zu bleiben. «Einen Baum pflanzen und ihm dann kein Wasser geben nützt niemandem.» Also nicht mehr so schnell und so plötzlich und alles aufs Mal …

Fasziniert vom Meer

Aber der Traum vom frischen Fisch, der blieb. Wie damals, als der kleine Hans Merki mit den Eltern jeweils in der Nähe von Genua in den Ferien nichts lieber wollte, als «auf dem Markt die Fische anschauen gehen». Das Meer, dessen Wildheit, die Fische, das alles übe eine unheimliche Faszination auf ihn aus, erzählt er, der in Solothurn weit ab von jedem Meer aufgewachsen ist. Er sei kein Wasserfan, segle nicht und tauche nicht. Aber wenn er Zeit hätte, würde er gerne mit der «Queen Mary» den Atlantik überqueren, sinniert Merki auf die Frage nach seinem grossen Traum.

Überzeugt von Giolito

Nach dem Medizinstudium war Hans Merki einige Jahre in der Forschung tätig und kam dadurch in der Welt herum. Er liebt ganz besonders Italien, wo er eine Zeit lang lebte. Diese Liebe holte ihn letztes Jahr wieder ein: Weil er in der ganzen Schweiz «kein anständiges Gelato» finden konnte, liess er von einem italienischen Familienbetrieb Bioglace herstellen, die er seit 2003 unter dem Namen Giolito in den Handel bringt. Seit der geniale Mailänder Patissier Ernst Knam so gewagte Aromen wie Campari Orange oder Schoko mit scharfem Chili kreierte, hat die Marke Giolito vor allem in der Gastronomie einen unerwarteten Erfolg und ist auf dem besten Weg, via Schweiz die GelatoHochburg Italien klammheimlich zu erobern.

Als Arzt weiss Hans Merki, wie wichtig eine gesunde Ernährung ist. Zweimal Fisch pro Woche wäre das Richtige – «In Japan besteht ein sehr kleines Dickdarmkrebsrisiko», erläutert er. Und weil er selber unheimlich gern frischen Fisch isst, eröffnete er mit seinem Freund und Immobilien-Treuhänder, René Huber, vor wenigen Wochen im Kaiserhaus an der Berner Marktgasse das Sushi-Lokal «Japigo» (siehe auch Text unten).

Joggend in den Morgen

Merki ist ein Fanatiker, wenn es um Qualität geht. Und weil er da ungern Kompromisse macht, muss er gehörig über seinen Schatten springen, wenn seine sieben- und vierjährigen Buben am liebsten Pommes frites essen. Doch auch das ist zu lösen: Mal gehen alle in die Pommes-Bude, dann wieder gibts Sushi.

Die Freizeit verbringt Hans Merki mit der Familie im Welschland, im Bauernhaus mit sieben Hektar Land. Dort hacken sie Holz, ernten Kartoffeln, pflegen die sieben Esel, die Schafe, Gänse und schwarzen Schwäne. In der Natur erhole er sich am allerbesten, sagt Hans Merki, der an mehreren Berner Spitälern interventionell und operativ tätig ist und am Bubenbergplatz eine Praxis führt. Deshalb joggt der ehemalige Marathonläufer dreimal wöchentlich frühmorgens an der Aare oder im «Bremer». Das Beste auf der Welt dünkt ihn nachher der Schluck Wasser aus der Glasbrunnenröhre.


(Berner Zeitung, 19. November 2004)

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Öle: Fett von seiner gesunden Seite

Von Anita Lehmeier

... Das Wichtigste ist die Ausgewogenheit

Die ungesättigten als gut und gesund und die gesättigten als schlecht abzustempeln wird der Sache aber nicht gerecht. «Die undifferenzierte Zufuhr von ungesättigten Fettsäuren kann nicht zur Senkung des LDL-Cholesterins empfohlen werden, da die Linolsäure oder Omega-6-Fettsäure neben dem LDL-Cholesterin auch das HDL-Cholesterin senkt und eine ganze Reihe von ungünstigen Auswirkungen auf andere kardiovaskuläre Risikofaktoren hat», erklärt PD Dr. med. Hans Merki aus Bern. Er ist Fachmann in doppelter Hinsicht: Merki ist Gastroenterologe und Gastronom. Der Arzt hat mit seinem Partner René Huber in Bern im Herzen der Altstadt ein japanisches Restaurant eröffnet, das «Japigo - der andere Japaner».

Kommt man als ernährungsbewusster Mensch zwangsläufig auf die japanische Küche? «Nicht nur auf die japanische, auf die asiatische im Allgemeinen. Unter anderem, weil sie so fettarm ist», meint Merki.
Auch die so genannte Mittelmeer-Diät beurteilt Merki sehr wohlwollend: «Das Gute daran ist die Ausgewogenheit.» Dies – zusammen mit Abwechslung – sei sowieso das A und A einer gesunden Ernährung. Natürlich trägt nebst dem Essen der gesamte Lebensstil der Bewohner des Mittelmeerraumes (inklusive Siesta und mässiger Weingenuss) dazu bei, dass sie markant weniger an den Folgen von Bluthochdruck und Herzkrankheiten sterben als wir Mittel- und Nordeuropäer, doch dürfe man Olivenöl «durchaus loben», sagt Merki.

Denn dieses enthält zwar weder nennenswerte Mengen an Linolsäure oder alpha-Linolensäure (Verhältnis etwa 8:1), ist aber reich an Ölsäure und bietet ein unvergleichliches geschmackliches Erlebnis in der kalten Küche. Die Zusammensetzung der Fettsäuren liegt idealerweise im Verhältnis 5:1 von Omega-6- zu Omega-3-Fettsäure. Um sich diesem Optimum anzunähern, muss man gar nicht erst in die Ferne schweifen: Unser heimisches Rapsöl glänzt mit einem Omega-6-zu Omega-3-Verhältnis von 2,2:1 und verschiebt dadurch das meist ohnehin ungünstige Fettsäureverhältnis in die gewünschte Richtung.

«Für die kalte Küche eignen sich Oliven-, Raps-, Weizenkeim-, Walnuss- und Sojaöle», sagt Merki. «Soja-, Walnuss- und Hanföl sowie insbesondere das Leinöl sind ausgezeichnete Lieferanten von Omega-3-Fettsäuren. Sie oxidieren allerdings schnell und sollten im Dunkeln und kühl gelagert werden.» Für die warme Küche, also zum Frittieren oder Braten, empfiehlt Merki Erdnuss- oder raffiniertes Olivenöl, von Palmöl oder Kokosfett rät er wegen der hohen Gefässbelastung durch gesättigte Fettsäuren eher ab. Grösste Zurückhaltung sei geboten bei Margarine, die sehr oft ein ungünstiges Omega-3/Omega-6-Verhältnis hat, ebenso bei gehärteten Fetten wegen der Transfettsäuren und bei industriellen Frittierölen. Neu auf dem Markt gibt es «high oleic»-Sonnenblumenöle, die sich durch hohe Öl- und tiefe Linolsäure auszeichnen, vergleichbar dem Olivenöl. Im Gegensatz zu herkömmlichem Sonnenblumenöl kann man diese neuen auch erhitzen...

(Auszug aus Gesundheit Sprechstunde, 22. Oktober 2004)

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Japanisches vom Kaiserhaus

Die disziplinierten Ästheten servieren nun mal dem Auge zuerst, dem Gast am liebsten und sich selbst in aller Bescheidenheit am besten.

Von Peter Tschanz

Heute zählt Japans eiweissreiche Küche zu einer der gesündesten der Welt. Im kürzlich eröffneten „Japigo“ – zu Deutsch Meeresbrise – an der Marktgasse (Kaiserhaus) sollen Gäste nicht nur kulinarisch stilecht verwöhnt werden, dieses bis ins letzte Detail durchdacht grosszügig „komponierte“ Lokal vereint Lifestyle, Kultur und ökologisches Bewusstsein mit qualitativ hervorragendem Essen und einem guten Weinkeller.

Zur Welt gebracht haben das jüngste Berner Restaurant-Kind der Immobilientreuhänder René Huber und Dr. Hans Merki, Facharzt für Gastroenterologie und „Markthalle“-Promotor: „Wir wollen ein lebendiges Zeichen setzen für ein nachhaltiges Engagement.“

Unter der Leitung von Geschäftsführer Stefan Bischof wirkt ein diensteifriges Team. Doch unsichtbar-allgegenwärtig und im Mittelpunkt des Geschehens steht Sushi-Meister Daigo Hatakeyama. Mit grosser Hingabe zaubert der ausgewiesene Kochkünstler variantenreiche Sushi- und Tempura-Gerichte auf Platten und Teller. Sushi und Sashimi gelten als Essvergnügen der besonderen Art, zu dem traditionell japanischer Reiswein oder grüner Tee geschlürft wird. Aber auch Bier, ein Gläschen Champagner oder ein guter Wein sind hervorragende Begleiter.

Leicht, schmackhaft und fantasievoll präsentieren sich im übrigen auch die neun warmen Angebote vom koreanischen WOK. Im Gegensatz zu den kunstvollen rohen Frischfisch-/Reis-/Gemüse-Kreationen liegen diese preislich etwas günstiger im Angebot.

Konzeptionell mitverantwortlich für das einladende Ess- und Erholungstempelchen im Kaiserhaus (früher „Galleria“) mit seinem nüchtern-grosszügigen Styling aus einem Wurf ist die Firma „Yo!Gastro“ von Catherine Herriger.

(Berner Bär, 28. September 2004)

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«Der andere Japaner»

Das Restaurant Japigo in Bern ist offiziell eröffnet.
Ein Gastroenterologe und ein Immobilientreuhänder eröffnen in Bern ein japanisches Restaurant. Sie versuchen dabei auch Partnerschaften einzugehen und andere Wege zu beschreiten.

Von John Wittwer

Vor kurzem wurde an der Marktgasse in Bern das Restaurant Japigo, der andere Japaner, eröffnet. Anwesend waren neben den Besitzern, dem Arzt Hans Merki (Gastroenterologe) und dem Immobilientreuhänder René Huber, dem Sushi-Meister Daigo Hatakeyama und den Japigo-Mitarbeitern auch viel Bernische Lokalprominenz. Enthüllt wurde am Anlass eine Samurai-Skulptur von Motorsägekünstler Heinz Hartmann aus Sigriswiler Lotharholz. Hatakeyama lässt sich seine Fische ganz liefern, zerteilt sie selbst und lagert sie in speziellen Kühlgeräten aus Japan bei minus 40 Grad. Mit dem benachbarten The Body Shop, dessen Produkte in den Waschräumen Verwendung finden, wurde eine Partnerschaft eingegangen. Im Gegenzug wirbt The Body Shop im Japigo für sein Engagement für Menschenrechte. An einer täglichen "heure bleue" soll ab Oktober zwischen 17 und 18 Uhr Sushi zum halben Preis angeboten werden.

(Gastro Journal, 23. September 2004)

(Anm.: Die "heure bleue" wird nicht mehr weitergeführt.)

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JAPIGO - Das Berner Edel-Sushi

Gehoben ist das Niveau des dritten Berner Sushi-Lokals, das die ersten Probemonate hinter sich hat. Nun wird man mit einer Happy-Hour so richtig aktiv.

Von Gudrun Schlenczek

Das Berner Sushi-Restaurant an der Marktgasse 37 im Kaiserhaus ist bereits seit April geöffnet. Richtig an die Öffentlichkeit geht man aber erst jetzt, nachdem man die ersten Kinderkrankheiten ausgemerzt hat. Schliesslich hat einer der Besitzer, Hans Merki, genug Erfahrung punkto Gastronomie und Medien: Der Gastroenterologe ist Initiator und Mitbegründer der Berner «Markthalle», die immer wieder Wirbel im Berner Blätterwald hervorrief.

Japigo verstehen die Besitzer Merki und der Immobilientreuhänder René Huber als «der andere Japaner» in Bern. Denn Japigo ist das dritte Lokal in Bern, das auf Sushi spezialisiert ist. Anders ist der Service am Platz und die Zubereitung. Nur frischer Fisch kommt zum Einsatz, selbst der Thunfisch wird direkt vor Ort zerlegt. Deshalb bleibt das Lokal auch am Sonntag und Montag geschlossen, wenn der Fisch nicht frisch geliefert werden kann. Öffnungszeiten sind sonst täglich von 10 bis 23 Uhr.

Nur der Meister selbst darf ans Werk

Nicht irgendjemand, sondern ein Sushi-Meister (Daigo Hatakeyama) zaubert die Sushi-Köstlichkeiten immer frisch auf Bestellung vor den Augen der Gäste. Die Sushi machen rund 80 Prozent der Speisekarte aus. Der Rest entfällt auf koreanische Wokgerichte. Und auf Kaffee vormittags und nachmittags sowie im Sommer auf Glace: Die Marke Giolito ist sozusagen eine Eigenmarke, denn sie gehört Merki. Mittags gibt es Sushi auch als Tagesgericht für um die 21 Franken inklusive Suppe. Sonst liegen die Verkaufspreise beispielsweise für kleine Sushi bei 20 Franken, für grosse bei 40 Franken.

Happy-Hour mit Sushi zum halben Preis (Anm.: die Happy-Hour wird nicht mehr weitergeführt)

Neu ab Herbst will man täglich zwischen 17 und 18 Uhr eine Happy-Hour, respektive «heure bleue» einrichten: Dann gibts Sushi zum halben Preis. Dazu passt dann gut der Champagner von Jacquart oder die offerierten Schweizer Weine. Um dem erwarteten Gästeansturm gerecht zu werden, will man für die After-Work-Party noch einen zweiten Sushi-Meister engagieren.

Denn im Japigo wird nichts vorproduziert. Da muss der Meister manchmal schon Mittags, wenn die Arbeitnehmer aus den umliegenden Geschäften lunchen wollen, fast im Akkord arbeiten. Das Restaurant umfasst innen 100 und aussen 20 bis 30 Sitzplätze.

(Hotel + Tourismus Revue, Nr. 36, 2. September 2004)
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Bern: «Japigo» eröffnet - Brise und Sturmwind

Ein Samurai aus «Lothar»-Sturmholz ist das Wahrzeichen des neuen Restaurants Japigo in Bern.

Von Anne-Marie Günter

Der Name des Restaurants an der Marktgasse bedeutet Meeresbrise. Und doch war an der gestrigen Einweihung von «Lothar» die Rede, dem Sturmwind, der viel Holz gefällt hat. Auch in Sigriswil. Das Wahrzeichen des «andern
Japaners» in Bern ist ein Samuraikrieger.

Heinz Hartmann hat ihn aus einer 200 Jahre alten Weisstanne herausgesägt, die der Sturm in Sigriswil gefällt hatte. Nationalrat Adrian Amstutz hatte dafür gesorgt, dass sie zum Samuraikrieger werden durfte.

Enthüllt wurde sie von Ted Scapa, der seine Rede tapfer auf Japanisch hielt: Es fiel gar nicht so auf, dass seine Rede ein Mix von Elektronik und Automarken war, meisterlich zubereitetes Sushi stimmte sowieso auf Japan ein.

Gerichte für die Gesundheit: Mitinhaber des neuen Restaurants ist der Gastroenterologe Hans Merki. Nina Dimitri liess musikalisch den Wind aus Südamerika blasen.

(Berner Zeitung und Berner Oberländer, 4. September 2004)